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Poker School

Sich mit viel Geld einzukaufen, verleiht große Schlagkraft, doch ein kleiner Stack kann von taktischem Vorteil sein. Was ist also besser? In diesem Kapitel erklären wir Ihnen die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Buy-ins:

Wann ein minimaler Buy-in sinnvoll ist

Short-Stack-Poker war schon immer die Strategie der Wahl für Spieler, die hofften zu gewinnen, ohne allzu viel zu riskieren. Und wenn Sie an einem starken Tisch spielen (beispielsweise an einem loose-aggressiven Six-Hander), ist es manchmal keine schlechte Idee sich mit weniger einzukaufen.

Stellen Sie sich vor, Sie spielen ein 2$/4$ No-Limit-Spiel. Der maximale Buy-in beträgt 400 $, Sie kaufen sich aber stattdessen mit 200 $ ein. Das gibt Ihnen jede Menge Spielraum und ein größerer Einsatz oder ein All-in würde Ihren Gegnern dennoch eine Nachdenkpause abringen. Außerdem kann Ihnen der moderate Buy-in auch helfen, knifflige Situationen zu vermeiden.

Angenommen, Sie haben A♥ K♦ am Button und erhöhen auf 16 $. Der Big Blind (ein aggressiver Typ) re-raist auf 48 $. Hätten Sie mehr Chips am Tisch, würden Sie jetzt in der Klemme stecken. Sie fänden es schwer zu callen, denn wenn Sie kein Ass und keinen König floppten und er nochmals erhöhte, wäre das Ihr Ende: Sie müssten passen.

Doch mit einem kleinen Stack können Sie einfach all-in gehen. Wenn Ihr Gegner nicht gerade ein hervorragendes Blatt hat, passt er wahrscheinlich.

Mit einem kleinen Stack gehen Sie an ein Spiel mit einer anderen Einstellung heran – was gar nicht schlecht ist. Aus diesem Grund sollten Sie sich womöglich eine Zeit lang mit kleinen Buy-ins einkaufen, bevor Sie ein deep-stacked Spiel probieren.

Wann Sie sich mit dem maximalen Buy-in einkaufen sollten

Wenn Sie in Top-Form sind und denken, dass Sie gegenüber den anderen Spielern am Tisch im Vorteil sind, sollten Sie den maximalen Buy-in wählen. Und sobald Ihre Gegner beginnen Fehler zu machen, können Sie zuschlagen und ihnen ihren ganzen Stack abknöpfen.

Deep Stacks eignen sich besser für das Spiel nach dem Flop, wenn Sie gegen verschiedene Draw-Blätter antreten.

Angenommen Sie erhöhen an einem 1$/2$-Tisch am Button mit 10♣ 10♥ auf 8 $. Drei Spieler callen und auf dem Flop kommen 10♦ B♦ 4♠. Hervorragend! Der Small Blind setzt den ganzen Pot von 32 $ und (Überraschung!) sowohl der Big Blind als auch der Limper in der mittleren Position callen. Der Pot ist jetzt 128 $ schwer und Sie haben noch 192 $ übrig.

Jetzt ist der Moment für Ihren Move gekommen. Indem Sie all-in gehen, schützen Sie Ihr Blatt vor gefährlichen Karten in den weiteren Straßen. Die anderen Spieler – die wahrscheinlich Draws haben – denken, dass sie es mit Ihnen aufnehmen können. Riesenfehler!

Also, lassen Sie uns zusammenfassen:

Mit einem minimalen Buy-in

  1. Entscheidungen sind einfacher. Anstatt aus dem Pot geraist zu werden, gehen Sie einfach all-in und der Fall ist erledigt.
  2. Sie werden öfter bezahlt, da deeper Stacks es sich öfter leisten können, Ihre Karten zu sehen.
  3. Weniger Anfangsblätter bedeuten ein einfacheres Spiel – hervorragend für das Mehrtischspiel.

Mit einem maximalen Buy-in

  1. Sie können Gegner mit marginalen Blättern herausfordern.
  2. Sie können Ihre guten Blätter schützen und Druck auf Ihre Gegner ausüben, damit sie Fehler machen.
  3. Sie können in Ihr Tischimage investieren, sodass sich ein großer Flop wirklich lohnt – und große Bluffs spielen (da niemand in der Lage ist, Sie zu callen).

Doch wie immer ist der springende Punkt die jeweilige Situation und Ihre Gegner.